Lexikon der Begriffe
Babinski-Zeichen
Dorsalflexion der Großzehe beim Bestreichen des lateralen Fußsohlenrands als Hinweis auf eine Schädigung der Pyramidenbahn.
Baby Blues
Vorübergehendes, sehr häufiges Stimmungstief in den ersten Tagen nach der Entbindung mit Weinerlichkeit und Stimmungslabilität. Es gilt nicht als behandlungsbedürftige psychische Störung.
Befugnisnorm
Rechtsvorschrift, die ein bestimmtes Handeln erlaubt (hier die Weitergabe geschützter Informationen), ohne es zwingend vorzuschreiben.
Behandlungsvorbehalt nach § 24 IfSG
Gesetzliche Regelung, nach der bestimmte meldepflichtige übertragbare Krankheiten ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten behandelt werden dürfen.
Benehmen
Form der Behördenbeteiligung, bei der die entscheidende Behörde einer anderen Stelle Gelegenheit zur Stellungnahme geben und diese berücksichtigen muss. An deren Zustimmung ist sie jedoch nicht gebunden.
Benigne Regression
Nach Balint gutartige, therapeutisch nutzbare Regression, die vom Wunsch nach Anerkennung getragen ist und einen Neubeginn in der Beziehungsfähigkeit ermöglicht.
Benzodiazepin-Entzugssyndrom
Nach Absetzen oder Dosisreduktion von Benzodiazepinen auftretendes Syndrom mit Angst, Unruhe, Schlafstörungen und Wahrnehmungsstörungen, in schweren Fällen mit Krampfanfällen und Delir.
Benzodiazepin-Rezeptoragonisten
Sammelbezeichnung für Benzodiazepine und Z-Substanzen, die an der Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors wirken.
Berufsbezeichnungsschutz
Gesetzliche Regelung, nach der eine bestimmte Berufsbezeichnung nur von Personen mit einer festgelegten Qualifikation geführt werden darf, unabhängig davon, wer die Tätigkeit ausüben darf.
Berufsgeheimnisträger
Person, die aufgrund ihres Berufs zur Verschwiegenheit über anvertraute Geheimnisse verpflichtet ist. Die strafrechtlich erfassten Gruppen sind in § 203 StGB aufgezählt.
Beschränkte Geschäftsfähigkeit
Rechtsstellung Minderjähriger zwischen dem vollendeten 7. und 18. Lebensjahr; nicht lediglich rechtlich vorteilhafte Geschäfte bedürfen der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.
Betäubungsmittelrezept
Amtliches, nummeriertes Formular, auf dem Betäubungsmittel der Anlage III BtMG verschrieben werden müssen.
Betreuungsgericht
Abteilung des Amtsgerichts, die u. a. über die Bestellung rechtlicher Betreuer und die Genehmigung freiheitsentziehender Unterbringungen und Maßnahmen entscheidet.
Beweislastumkehr
Rechtliche Regel, nach der nicht der Anspruchsteller, sondern die Gegenseite eine bestimmte Tatsache beweisen muss bzw. eine für sie nachteilige Vermutung widerlegen muss.
Bewusstseinseinengung
Qualitative Bewusstseinsstörung, bei der das Erleben auf wenige Inhalte fokussiert ist und die Wahrnehmung der übrigen Umwelt eingeschränkt ist.
Bewusstseinstrübung
Qualitative Bewusstseinsstörung mit verminderter Klarheit des Erlebens und Denkens, oft mit Desorientierung. Sie ist typisch für organische Störungen wie das Delir.
Beziehungsideen
Gedanken, dass belanglose Ereignisse oder das Verhalten anderer eine besondere Bedeutung für die eigene Person haben, ohne dass bereits Wahngewissheit besteht.
Biperiden
Anticholinergikum, das zur Behandlung neuroleptikabedingter extrapyramidaler Störungen wie Frühdyskinesien und Parkinsonoid eingesetzt wird.
Bipolare affektive Störung
Affektive Störung mit wiederholten Episoden, in denen Stimmung und Aktivität deutlich gestört sind, teils im Sinne einer Manie oder Hypomanie, teils im Sinne einer Depression (ICD-10 F31).
Body-Mass-Index
Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße, berechnet als Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Größe in Metern.
Borderline-Persönlichkeitsorganisation
Von Kernberg beschriebenes Strukturniveau mit Identitätsdiffusion, unreifen Abwehrmechanismen wie Spaltung und weitgehend erhaltener Realitätsprüfung.
Bouffée délirante
Französischer Begriff für eine akut einsetzende, rasch wechselnde wahnhafte Psychose; in der ICD-10 unter F23.0 bzw. F23.1 eingeordnet.
Bradykardie
Verlangsamte Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute.
Bradypnoe
Krankhaft verlangsamte Atemfrequenz.
Brudzinski-Zeichen
Reflektorisches Anziehen der Beine bei passiver Kopfbeugung als Zeichen einer meningealen Reizung.
Buprenorphin
Partieller Opioidagonist, der ärztlich zur Substitution und zur Behandlung des Opioidentzugs eingesetzt wird und dem Betäubungsmittelrecht unterliegt.