Lexikon der Begriffe

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Ebstein-Anomalie
Angeborene Fehlbildung des Herzens mit Verlagerung der Trikuspidalklappe in die rechte Herzkammer.
Echolalie
Unmittelbares oder zeitlich verzögertes, meist sinnentleertes Nachsprechen gehörter Wörter oder Sätze.
Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS)
Selbstbeurteilungsfragebogen mit zehn Fragen zum Screening auf eine Depression in der Zeit nach der Geburt.
EEG
Elektroenzephalographie: Ableitung der elektrischen Hirnaktivität über Elektroden an der Kopfhaut. Sie dient unter anderem dem Nachweis epilepsietypischer Potenziale.
Ehegattennotvertretungsrecht
Seit 2023 in § 1358 BGB geregeltes, zeitlich befristetes Recht eines Ehegatten, den anderen in Gesundheitsangelegenheiten zu vertreten. Voraussetzung ist, dass dieser wegen Bewusstlosigkeit oder Krankheit seine Angelegenheiten nicht selbst besorgen kann.
Eigenschutz
Grundsatz der Notfallversorgung, nach dem Helfende sich zuerst selbst vor Gefahren schützen, bevor sie Hilfe leisten.
Ein-Jahres-Regel
Konventionelles Kriterium zur Abgrenzung der Lewy-Körperchen-Demenz von der Parkinson-Demenz, das sich auf den zeitlichen Abstand zwischen Beginn der Demenz und Beginn der Parkinson-Motorik stützt.
Einklemmung
Verlagerung von Hirngewebe durch erhöhten Hirndruck, zum Beispiel in das Hinterhauptsloch, mit lebensbedrohlicher Kompression des Hirnstamms.
Einsichtsfähigkeit
Fähigkeit einer Person, Bedeutung, Tragweite und Folgen einer Entscheidung zu erfassen. Bei Minderjährigen hängt sie von der individuellen geistigen und sittlichen Reife ab.
Einwilligung
Zustimmung der Patientin oder des Patienten bzw. eines Berechtigten zu einer Behandlungsmaßnahme, die nach § 630d BGB eine ordnungsgemäße Aufklärung voraussetzt.
Einwilligungsfähigkeit
Fähigkeit eines Patienten, Art, Bedeutung und Tragweite einer medizinischen Maßnahme zu erfassen und eine eigenverantwortliche Entscheidung darüber zu treffen.
Ejaculatio praecox
Vorzeitiger Samenerguss, bei dem die Ejakulation nicht ausreichend kontrolliert werden kann und vor oder kurz nach Beginn des Geschlechtsverkehrs eintritt (ICD-10 F52.4).
Elektiver Mutismus
Emotional bedingte Störung (ICD-10 F94.0), bei der ein Kind in bestimmten Situationen konsequent nicht spricht, obwohl es in anderen Situationen sprechen kann.
Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
Biologisches Behandlungsverfahren, bei dem unter Narkose und Muskelrelaxation ein generalisierter Krampfanfall elektrisch ausgelöst wird. Es wird vor allem bei schweren, therapieresistenten Depressionen eingesetzt.
Elterliche Sorge
Pflicht und Recht der Eltern, für ihr minderjähriges Kind zu sorgen; sie umfasst die Personensorge und die Vermögenssorge (§ 1626 BGB).
Elterntraining
Strukturiertes, meist verhaltenstherapeutisch fundiertes Programm, in dem Eltern Erziehungsstrategien wie positive Verstärkung, klare Regeln und konsequente Reaktionen erlernen, um problematisches Verhalten ihres Kindes zu verringern.
Emotionale Überinvolviertheit
EE-Komponente, die übermäßige Besorgnis, Überbehütung, Aufopferung und dramatisierende emotionale Reaktionen eines Angehörigen gegenüber dem Patienten beschreibt.
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung mit Neigung zu impulsivem Handeln und launenhafter Stimmung. Der Borderline-Typ ist zusätzlich durch instabile Beziehungen, chronische Leere und Selbstverletzungen gekennzeichnet.
Endometriose
Gutartige Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Typisch sind zyklusabhängige Unterleibsschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Engwinkelglaukom
Form des grünen Stars, bei der der Abfluss des Kammerwassers im Kammerwinkel behindert ist. Pupillenerweiternde Substanzen können einen akuten Augeninnendruckanstieg auslösen.
Enkopresis
Wiederholtes willkürliches oder unwillkürliches Absetzen von Stuhl an dafür nicht vorgesehenen Stellen nach dem Alter, in dem üblicherweise Stuhlkontrolle besteht, ohne organische Ursache.
Enthemmung
Verlust der Fähigkeit, sozial unangemessene Impulse und Verhaltensweisen zu kontrollieren, etwa durch Distanzlosigkeit oder taktlose Äußerungen.
Entwertung
Abwehrvorgang, bei dem eine Person oder ihre Leistungen herabgesetzt und als wertlos erlebt werden, oft als Gegenpol zur Idealisierung.
Entzugskrampfanfall
Generalisierter epileptischer Anfall, der durch das abrupte Absetzen zentral dämpfender Substanzen wie Benzodiazepine oder Alkohol ausgelöst wird.
Entzugssyndrom
Gruppe körperlicher und psychischer Symptome, die nach Absetzen oder Reduktion einer wiederholt konsumierten Substanz auftreten; nach ICD-10 als F1x.3 verschlüsselt.
Enzephalitis
Entzündung des Hirngewebes, häufig viral bedingt. Sie geht mit Fieber, Bewusstseinsstörung, Wesensänderung, neurologischen Ausfällen oder Krampfanfällen einher.
Enzyminduktion
Steigerung der Aktivität arzneimittelabbauender Enzyme, meist in der Leber. Dadurch sinken die Plasmaspiegel und die Wirkung betroffener Arzneimittel.
Epigastrische Aura
Aura mit einem aus der Magengegend aufsteigenden Übelkeits-, Druck- oder Wärmegefühl; typisch für Anfälle aus dem mesialen Temporallappen.
Erektionsstörung
Wiederholte Unfähigkeit, eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Nach ICD-10 wird die nichtorganische Form als Versagen genitaler Reaktionen (F52.2) verschlüsselt.
Erhaltungstherapie
Fortführung der antidepressiven Behandlung nach Abklingen der Symptome über mehrere Monate, um einen Rückfall in dieselbe Episode zu verhindern.
Erogene Zone
Körperregion, die nach psychoanalytischer Auffassung in einer bestimmten Entwicklungsphase vorrangig Quelle lustvoller Erregung ist.
Ersatzhandlungstäter
Person, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begeht, ohne eine primäre pädophile Präferenz zu haben, etwa aus Mangel an altersgemäßen Partnern oder im Rahmen anderer Störungen.
Erwartungsangst
Angst vor dem erneuten Auftreten einer Angstattacke („Angst vor der Angst“), häufig bei der Panikstörung zwischen den Attacken.
Erweiterter Suizid
Tötung einer oder mehrerer nahestehender Personen, häufig der eigenen Kinder, im Zusammenhang mit der eigenen Selbsttötung, oft aus wahnhaft oder depressiv motivierter Fürsorge.
Erworbene Mikrozephalie
Zurückbleiben des Kopfumfangs hinter der Altersnorm nach zunächst normalem Kopfumfang bei Geburt, als Ausdruck eines gestörten Hirnwachstums.
Evokation
Element der Grundhaltung der Motivierenden Gesprächsführung, bei dem die eigenen Gründe, Werte und Fähigkeiten des Klienten für eine Veränderung hervorgelockt werden, statt sie von außen vorzugeben.
Exposition mit Reaktionsmanagement
Verhaltenstherapeutische Methode bei Zwangsstörungen. Der Patient setzt sich angstauslösenden Situationen aus und unterlässt dabei die gewohnten Zwangshandlungen.
Expressed Emotion (EE)
Konzept zur Erfassung der emotionalen Haltung von Angehörigen gegenüber einem psychisch kranken Familienmitglied. Ein hoher EE-Status gilt als Prädiktor für Rückfälle.
Exsikkose
Austrocknung des Körpers durch Flüssigkeitsmangel, die zu Kreislaufversagen, Nierenschädigung und Verwirrtheit führen kann.
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