Lexikon der Begriffe
Längere depressive Reaktion
Unterform der Anpassungsstörung (F43.21) mit leichtem depressivem Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastung. Die Dauer beträgt höchstens zwei Jahre.
Latenzzeit
Entwicklungsabschnitt zwischen dem Untergang des Ödipuskomplexes und der Pubertät, in dem sexuelle Triebregungen zurücktreten.
Lebensskript
In der Transaktionsanalyse ein in der Kindheit unter dem Einfluss der Eltern entwickelter, weitgehend unbewusster Lebensplan. Er bestimmt spätere Entscheidungen und Beziehungsmuster mit.
Leichtfertigkeit
Gesteigerte Form der Fahrlässigkeit, bei der jemand in besonders grobem Maß die erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.
Leistungsknick
Deutlicher, oft schleichender Abfall der schulischen, beruflichen oder sozialen Leistungsfähigkeit gegenüber dem früheren Niveau.
Letalität
Anteil der an einer bestimmten Erkrankung Erkrankten, die an dieser Erkrankung versterben.
Lewy-Körperchen-Demenz
Neurodegenerative Demenzform mit Ablagerungen von Alpha-Synuklein (Lewy-Körperchen) in Nervenzellen. Sie ist gekennzeichnet durch kognitive Fluktuationen, optische Halluzinationen und ein Parkinson-Syndrom.
Lichttherapie
Behandlung mit hellem, UV-gefiltertem Weißlicht, meist etwa 10.000 Lux am Morgen, die vor allem bei saisonal abhängiger Depression über die Beeinflussung der zirkadianen Rhythmik wirkt.
Liquorablassversuch
Diagnostische Entnahme einer größeren Liquormenge durch Lumbalpunktion, um zu prüfen, ob sich Gang und Kognition dadurch bessern.
Lithiumintoxikation
Vergiftung durch erhöhte Lithiumserumspiegel mit Symptomen wie grobschlägigem Tremor, Erbrechen, Durchfall, Ataxie, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfällen.
Lorazepam
Verschreibungspflichtiges Benzodiazepin mit angstlösender, sedierender und antikonvulsiver Wirkung, das in der Akutbehandlung katatoner Zustände eingesetzt wird.
LSD (Lysergsäurediethylamid)
Halbsynthetisches, bereits im Mikrogrammbereich wirksames Halluzinogen, das tiefgreifende Veränderungen von Wahrnehmung, Denken und Erleben hervorruft.
Lungenembolie
Verschluss einer Lungenarterie, meist durch ein verschlepptes Blutgerinnsel, mit plötzlicher Atemnot, Brustschmerz und Tachykardie; lebensbedrohlicher Notfall.
Lustprinzip
Nach Freud das Bestreben des psychischen Apparats, Unlust zu vermeiden und Triebbefriedigung unmittelbar zu erreichen; es kennzeichnet das Es.
Luzides Intervall
Symptomfreie Zwischenphase zwischen einem Ereignis, z. B. einer Anfallsserie, und dem Auftreten neuer Symptome.