Lexikon der Begriffe

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Nachhallzustand (Flashback)
Kurzzeitiges, unwillkürliches Wiedererleben von Wahrnehmungsveränderungen eines früheren Rausches ohne erneute Substanzeinnahme, typisch nach Halluzinogenkonsum.
Naloxon
Kurz wirksamer Opioidantagonist, der zur ärztlichen Notfallbehandlung von Opioidintoxikationen eingesetzt wird. In Deutschland ist er verschreibungspflichtig.
Namentliche Meldung
Meldung an das Gesundheitsamt unter Angabe personenbezogener Daten des Betroffenen, z. B. Name, Geburtsdatum und Anschrift.
NaSSA
Abkürzung für noradrenerges und spezifisch serotonerges Antidepressivum. Hauptvertreter ist Mirtazapin.
Neglect
Vernachlässigung einer Raum- oder Körperhälfte trotz intakter Sinnesorgane. Ursache ist meist eine rechtsparietale Hirnschädigung.
Nephrogener Diabetes insipidus
Unfähigkeit der Niere, den Harn zu konzentrieren, weil sie auf das antidiuretische Hormon nicht ausreichend anspricht; führt zu Polyurie und Polydipsie.
Nesteln
Ungerichtetes Zupfen und Hantieren an Kleidung oder Gegenständen; häufiger manueller Automatismus bei fokalen Anfällen mit Bewusstseinsstörung.
Neuralrohrdefekt
Angeborene Fehlbildung durch einen unvollständigen Verschluss des embryonalen Neuralrohrs, z. B. Spina bifida.
Neurasthenie
Störung (ICD-10 F48.0) mit anhaltender, abnormer Ermüdbarkeit nach geistiger oder geringer körperlicher Anstrengung. Begleitend treten unter anderem Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Reizbarkeit auf.
Neurodegenerative Erkrankung
Erkrankung mit fortschreitendem Untergang von Nervenzellen, etwa durch krankhafte Eiweißablagerungen. Sie ist nach heutigem Wissen nicht heilbar.
Neuroglukopenie
Mangelversorgung des Gehirns mit Glukose. Sie führt zu Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Verhaltensänderungen, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit.
Neuroleptika-Überempfindlichkeit
Schwere Unverträglichkeit gegenüber Antipsychotika mit ausgeprägtem Parkinsonismus, Verwirrtheit und Bewusstseinsminderung. Sie ist typisch für die Lewy-Körperchen-Demenz.
Neurosyphilis
Befall des zentralen Nervensystems durch Treponema pallidum. Sie kann sich als meningovaskuläre Syphilis, als Tabes dorsalis oder als progressive Paralyse äußern.
Neutralität (Allparteilichkeit)
Haltung, bei der sich die Therapeutin mit keinem Familienmitglied und keiner Sichtweise verbündet. Sie soll allen Beteiligten gleichermaßen zugewandt sein.
Neutrophile Granulozyten
Häufigste Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Sie dienen vor allem der Abwehr bakterieller Infektionen.
Nichtanzeige geplanter Straftaten
Straftatbestand nach § 138 StGB. Strafbar macht sich, wer glaubhaft von bestimmten geplanten schweren Straftaten erfährt und diese nicht rechtzeitig der Behörde oder dem Bedrohten anzeigt.
Nicht-konvulsiver Status epilepticus
Anhaltende epileptische Aktivität ohne ausgeprägte Krämpfe, die sich vor allem als Bewusstseinsstörung, Verwirrtheit oder Verhaltensänderung zeigt und im EEG nachweisbar ist.
Nichtnamentliche Meldung
Meldung nach Infektionsschutzgesetz ohne Angabe von Name und Anschrift der betroffenen Person. Sie dient vor allem der epidemiologischen Überwachung.
Nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV)
Wiederholte, absichtliche und sozial nicht akzeptierte Schädigung des eigenen Körpergewebes ohne Absicht, zu sterben, etwa durch Schneiden, Ritzen oder Verbrennen.
Niedrigdosisabhängigkeit
Abhängigkeit von Benzodiazepinen oder Z-Substanzen bei Dauereinnahme therapeutischer Dosen, die sich vor allem beim Absetzen durch Entzugssymptome zeigt.
Nihilistischer Wahn
Wahnhafte Überzeugung, nicht mehr zu existieren, keine Organe mehr zu haben oder bereits tot zu sein. In ausgeprägter Form wird er als Cotard-Syndrom bezeichnet.
NMDA-Rezeptor
Glutamatrezeptor im zentralen Nervensystem, der an Lernen und Gedächtnis beteiligt ist. Seine Überaktivierung kann Nervenzellen schädigen.
Normaldruckhydrozephalus
Erweiterung der Hirnkammern bei im Mittel normalem Liquordruck, die zu Gangstörung, Harninkontinenz und kognitiven Störungen führt. Sie ist potenziell behandelbar.
Nosophobie
Ausgeprägte Angst, an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Nach ICD-10-GM wird sie unter der hypochondrischen Störung (F45.2) verschlüsselt.
NSAR
Nichtsteroidale Antirheumatika; schmerzlindernde, entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac, die die Bildung von Prostaglandinen hemmen.
Nystagmus
Unwillkürliche, rhythmische Zuckbewegungen der Augen.
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