Lexikon der Begriffe

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Hakim-Trias
Klassische Symptomkombination des Normaldruckhydrozephalus aus Gangstörung, Demenz bzw. kognitiver Beeinträchtigung und Harninkontinenz.
Halbwertszeit
Zeit, in der die Konzentration eines Wirkstoffs im Blut auf die Hälfte abgesunken ist. Sie bestimmt unter anderem, wie schnell nach dem Absetzen Wirkungsverlust und Absetzsymptome auftreten.
Hämodialyse
Blutreinigungsverfahren, bei dem gelöste Stoffe über eine Membran außerhalb des Körpers aus dem Blut entfernt werden.
Hangover-Effekt
Fortbestehende sedierende Wirkung eines Schlafmittels am Folgetag mit Müdigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit.
Harnverhalt
Unfähigkeit, die gefüllte Harnblase spontan zu entleeren. Er kann medikamentös, etwa durch anticholinerg wirkende Substanzen, ausgelöst werden.
Hebephrene Schizophrenie
Unterform der Schizophrenie mit Beginn meist im Jugendalter, gekennzeichnet durch flachen und inadäquaten Affekt, ungeordnetes Denken und läppisches, enthemmtes Verhalten.
Heilkunde im Umherziehen
Ausübung der Heilkunde ohne feste Niederlassung, bei der die behandelnde Person ohne vorherige Bestellung Patientinnen und Patienten aufsucht und ihre Leistungen anbietet. Hausbesuche auf Anforderung gehören nicht dazu.
Heilmittelwerbegesetz (HWG)
Bundesgesetz, das die Werbung für Arzneimittel, Medizinprodukte sowie für Verfahren und Behandlungen im Gesundheitswesen regelt. Es soll Patientinnen und Patienten vor irreführender und unsachlicher Gesundheitswerbung schützen.
Heilversprechen
Werbeaussage, die einen sicheren Behandlungserfolg zusichert oder suggeriert. Sie gilt nach § 3 HWG als irreführende Werbung und ist unzulässig.
Heller-Syndrom
Historische Bezeichnung (Dementia infantilis) für eine desintegrative Störung, bei der nach normaler Entwicklung bis mindestens zum zweiten Lebensjahr ein Verlust erworbener Fähigkeiten eintritt (ICD-10 F84.3).
Hepatotoxizität
Schädigende Wirkung eines Stoffes auf die Leber.
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Notfallmaßnahme aus Herzdruckmassage und, falls möglich, Beatmung bei Kreislaufstillstand. Sie soll die Sauerstoffversorgung des Gehirns bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sichern.
Herzübung
Vierte Grundübung des autogenen Trainings der Unterstufe mit der Formel „Herz schlägt ruhig und gleichmäßig“.
Hilfs-Ich
Im Psychodrama ein Mitspieler, der Rollen bedeutsamer Personen oder innerer Anteile des Protagonisten übernimmt und ihn im Spiel unterstützt.
HIV-assoziierte neurokognitive Störung
Durch die HIV-Infektion des Gehirns verursachte kognitive Beeinträchtigung. Sie reicht von unbemerkten Testauffälligkeiten bis zur Demenz (HAND).
Hochpotente Antipsychotika
Antipsychotika mit starker Dopamin-D2-Rezeptor-Blockade und ausgeprägter antipsychotischer Wirkung bereits in niedriger Dosis, zum Beispiel Haloperidol. Sie verursachen häufiger extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen.
Hochpotentes Antipsychotikum
Antipsychotikum mit starker Dopamin-D2-Blockade und ausgeprägter antipsychotischer Wirkung bereits in niedriger Dosis, z. B. Haloperidol. Es ist mit einem erhöhten Risiko extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen verbunden.
Horrortrip
Umgangssprachliche Bezeichnung für eine akute Halluzinogenintoxikation mit ausgeprägter Angst, Panik und bedrohlich erlebten Wahrnehmungsveränderungen.
Hospital-Hopper-Syndrom
Wiederholter Wechsel zwischen Kliniken mit vorgetäuschten oder selbst erzeugten Beschwerden. Es ist in der ICD-10 unter F68.1 eingeschlossen.
Hyperakusis
Krankhafte Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen; häufiges Wahrnehmungssymptom im Benzodiazepinentzug.
Hyperemesis gravidarum
Übermäßiges, anhaltendes Erbrechen in der Schwangerschaft mit Gewichtsverlust und Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts.
Hyperforin
Inhaltsstoff des Johanniskrauts, der die Wiederaufnahme mehrerer Neurotransmitter hemmt und Leberenzyme induziert.
Hyperglykämie
Erhöhter Blutzuckerspiegel. Sie zeigt sich unter anderem durch starken Durst, vermehrtes Wasserlassen und Müdigkeit.
Hypericin
Roter Farbstoff des Johanniskrauts mit photosensibilisierender Wirkung.
Hypericum perforatum
Botanischer Name des Echten Johanniskrauts. Seine Extrakte werden als pflanzliches Antidepressivum eingesetzt.
Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens
ICD-10-Kategorie F90.1 für das gemeinsame Vorliegen einer hyperkinetischen Störung und einer Störung des Sozialverhaltens.
Hypermnesie
Gesteigerte Erinnerungsfähigkeit, bei der Gedächtnisinhalte ungewöhnlich lebhaft und detailreich abgerufen werden.
Hyperoralität
Gesteigertes orales Verhalten, etwa übermäßiges Essen, Heißhunger auf Süßes oder das In-den-Mund-Nehmen nicht essbarer Gegenstände.
Hyperprolaktinämie
Erhöhter Spiegel des Hypophysenhormons Prolaktin im Blut. Sie kann Libido- und Potenzstörungen, Milchfluss und Zyklusstörungen verursachen und tritt häufig unter dopaminblockierenden Antipsychotika auf.
Hyperreflexie
Krankhaft gesteigerte Muskeleigenreflexe, häufig mit verbreiterten Reflexzonen oder Klonus.
Hypersomnie
Zustand übermäßiger Schlafneigung während des Tages oder verlängerter Übergangszeit zum vollen Wachzustand nach dem Aufwachen, der nicht durch unzureichende Schlafdauer erklärbar ist.
Hypertensive Krise
Akuter, starker Blutdruckanstieg mit Beschwerden wie Kopfschmerz, Übelkeit oder Sehstörungen. Bei Organschäden wie Hirnblutung spricht man von einem hypertensiven Notfall.
Hyperthermie
Erhöhung der Körperkerntemperatur, hier durch gestörte Wärmeregulation und vermehrte Muskelaktivität bedingt.
Hyperthyreose
Überfunktion der Schilddrüse mit vermehrter Hormonproduktion, die zu Unruhe, Herzrasen, Schwitzen, Gewichtsverlust und Angst führen kann.
Hyperventilationstetanie
Durch übermäßiges Atmen ausgelöste Übererregbarkeit von Nerven und Muskeln mit Kribbeln und Verkrampfungen, etwa der Pfötchenstellung der Hände.
Hypnagoge Halluzination
Sinnestäuschung im Übergang vom Wachen zum Schlafen. Sie kann auch bei Gesunden vorkommen und hat für sich allein keinen Krankheitswert.
Hypochondrische Störung
Somatoforme Störung nach ICD-10 (F45.2), bei der eine anhaltende, nicht wahnhafte Überzeugung oder Angst besteht, an einer ernsthaften körperlichen Krankheit zu leiden. Unauffällige Untersuchungsbefunde beruhigen die Betroffenen nicht dauerhaft.
Hypoglykämie
Erniedrigter Blutzuckerspiegel, der zu Unruhe, Schwitzen, Verwirrtheit, Aggressivität und bis zur Bewusstlosigkeit führen kann.
Hypokaliämie
Erniedrigte Kaliumkonzentration im Blut (unter etwa 3,5 mmol/l). Sie kann Muskelschwäche, Obstipation und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen.
Hypomanie
Abgeschwächte Form der Manie mit anhaltend leicht gehobener Stimmung, gesteigertem Antrieb und vermindertem Schlafbedürfnis über mehrere Tage, ohne psychotische Symptome und ohne schwere soziale Beeinträchtigung.
Hyponatriämie
Erniedrigte Natriumkonzentration im Blut. Sie kann zu Übelkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen führen.
Hypophosphatämie
Erniedrigter Phosphatspiegel im Blut. Er kann unter anderem Muskelschwäche, Herz- und Ateminsuffizienz sowie Bewusstseinsstörungen verursachen.
Hypothermie
Absinken der Körperkerntemperatur unter etwa 35 °C. Bei Anorexia nervosa ist sie Ausdruck eines stark reduzierten Energiestoffwechsels.
Hypothetisieren
Systemisches Prinzip, nach dem die Therapeutin fortlaufend vorläufige Annahmen über die Funktion eines Symptoms im System bildet. Diese Annahmen werden im Gespräch überprüft und gegebenenfalls verworfen.
Hypothyreose
Unterfunktion der Schilddrüse mit verminderter Hormonproduktion. Sie verursacht unter anderem Antriebsminderung, Müdigkeit, Kälteintoleranz, Gewichtszunahme und Libidoverlust und kann eine Depression nachahmen.
Hypoxie
Mangelnde Sauerstoffversorgung des Gewebes, bei einer Opioidüberdosis typischerweise infolge der Atemdepression.
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